In Japan sind sie schon lange bekannt und erfreuen sich gerade bei Touristen mit dem kleinen Geldbeutel an großer Beliebtheit: die sogenannten Kapselhotels, in denen Urlauber für kleines Geld übernachten können. Mittlerweile ist der japanische Trend, in vielen Fällen jedoch um einiges luxuriöser als in Japan, auch nach Europa übergeschwappt. Doch was genau sind die trendigen Capsule-Hotels eigentlich?
Worum handelt es sich bei den japanischen Kapselhotels?
Die mittlerweile zum Trend gewordenen Kapselhotels entstanden eigentlich aufgrund von Platzmangel in Japans Großstädten. In den Capsule-Hotels werden deswegen keine richtigen Hotelzimmer angeboten, sondern vielmehr Kojenschlafplätze, die an einen Aufenthalt auf einem Schiff erinnern. Platz bieten diese winzigen Kapseln lediglich zum Schlafen, allerdings existieren mittlerweile auch etwas größere Kapseln, die auch eine Duschmöglichkeit beinhalten. Den Gästen wird jedoch in jeder 2-Quadratmeter-Kapsel ein gewisser Luxus in Form eines gemütlichen Bettes, eines Fernsehers, eines Radios und einer Leselampe geboten. Da die Kapseln nur mit einem Vorhang verschlossen werden, befindet sich in der Kapsel auch ein verschließbarer Spind. In den meisten Kapselhotels werden Duschen und Toiletten nur als Gemeinschaftseinrichtungen geboten. Auf Verpflegung müssen die Gäste eines Capsule-Hotels ebenfalls verzichten, allerdings stehen überall Automaten mit Getränken und Snacks parat. Die berühmten japanischen Kapselhotels befinden sich oft in der Nähe von Bahnhöfen und im Rotlichtbezirk. Klaustrophobikern beiderlei Geschlechts wird von der Nutzung der Kapseln jedoch abgeraten.
Der Import der Capsule-Hotels nach Europa
Bereits seit einigen Jahren gibt es auch in Europa Kapselhotels nach japanischem Vorbild. Mit den japanischen Kapselhotels haben die Hotels in Europa jedoch nur wenig gemein. In Großbritannien sind die Kapseln immerhin bis zu 10,5 Quadratmeter groß, verfügen über ein Doppelbett und sind allesamt mit Bad und Dusche ausgestattet. Damit das Fehlen von Fenstern kaschiert werden kann, setzen die Briten zudem auf Flachbildschirme, einem Wi-Fi-Zugang und der Möglichkeit hunderte Filme und CDs herunterzuladen. Allerdings schlägt sich dieser Luxus auch im Preis nieder, mit einer billigen Unterkunft hat das Kapselhotel am Londoner Flughafen Heathrow nicht mehr viel zu tun. Neben London befinden sich die sogenannten Yotels mittlerweile auch auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol und am Flughafen in München. Die Vorteile der Minizimmer an Flughäfen, die hier allerdings als Sleepbox bezeichnet werden, liegen auf der Hand: Fluggäste müssen den Airport nicht verlassen und können sich bis zum Anschlussflug ausruhen. Die Sleepboxen sind mit Bett, Dusche, Flatscreen, WLAN und Schreibtisch ebenfalls recht luxuriös ausgestattet und haben wie auch in London ihren Preis.
Minizimmer werden in Europa immer beliebter
Erst rund 30 Jahre nach der Eröffnung des ersten Kapselhotels in Japan werden auch in Europa immer mehr der sogenannten Yotels und Sleepboxen eröffnet. Mit dem japanischen Original, das in der Regel rund 2 Quadratmeter groß ist, haben die europäischen Kapselhotels jedoch nicht mehr viel gemeinsam. Während die Minihotelzimmer vor allem bei Geschäftsreisenden beliebt sind und für wenig Geld zu haben sind, setzen sich in Europa die Luxusvarianten durch. Meist sind die “Kapseln” der Yotels und Sleepboxen bis zu 10 Quadratmeter groß und verfügen neben einem Bett und einer technischen Ausrüstung auch über ein Bad mit Dusche. Ein außergewöhnliches Erlebnis ist jedoch auch der Aufenthalt in den europäischen Minizimmern.
Bild von: STEVE DUCHESNE – Fotolia
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